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UBP in der Presse 19.09.2019

"Wir haben noch sehr lange extrem niedrige Zinsen"

Frankfurter Allgemeine Zeitung (13.09.2019) - Am Aktienmarkt erwartet der Schweizer Vermögensverwalter Nicolas Faller stark schwankende Kurse


Derzeit gibt es keinen Grund für steigende Zinsen. Davon ist Nicolas Faller, Ko-Vorstandschef in der Vermögensverwaltung der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP), überzeugt. "Wir werden noch sehr lange mit extrem niedrigen Zinsen zu tun haben, weil die Nachfrage nach festverzinslichen Wertpapieren hoch bleiben dürfte", sagte er im Gespräch mit der F.A.Z. Das liege an den aufsichtsrechtlichen Regeln, die dafür sorgten, dass Banken und Versicherer in großem Stil festverzinsliche Wertpapiere halten, insbesondere Staatsanleihen.

Ebenso spricht nach Ansicht von Faller die demographische Entwicklung für niedrige Zinsen: Mit der älter werdenden Bevölkerung nehmen die Sparvermögen und das Interesse an regelmäßigen Einkünften zu, aber die Investitionsgelegenheiten aufgrund des geringeren Wachstums ab.

"Ich sehe gegenwärtig kein Risiko für eine scharfe Kurskorrektur und einen kräftigen Renditeanstieg am Anleihemarkt",

sagt Faller. Das würden die Zentralbanken zu verhindern wissen.

Die UBP ist für ein Schweizer Privatbankhaus eher jung. Es wurde 1969 von dem libanesisch-schweizerischen Privatbankier Edgar de Picciotto gegründet und weiterhin von seiner Familie kontrolliert. Die Bank verwaltet 134 Milliarden Schweizer Franken an Vermögen. Davon entfallen 35 Milliarden Franken auf die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden, die Faller verantwortet.

Am Aktienmarkt stellt er sich auf hohe Kursschwankungen ein. Aber im Anschluss an Korrekturen, die 10 bis 15 Prozent ausmachen können, werden sich laut Faller Erholungsphasen anschließen. Aktien hält er - insgesamt betrachtet - derzeit nicht für überbewertet. Außerdem seien keine Anleger in Aktien überinvestiert, so dass sie zu Gewinnrealisierungen gezwungen sein könnten. Gute Wachstumschancen erwartet der UBP-Vermögensverwalter im Technologie- und Gesundheitssektor. Skeptisch blickt er auf die Bereiche Telekom sowie Autos. Zudem belaste das Zinsumfeld gegenwärtig einige Banken, so dass dort kein Wachstum zu erkennen sei.

Nach seiner Beobachtung haben private Investoren wahrscheinlich noch nie so viel Kasse im Portfolio gehalten wie momentan. Zwischen 20 und 30 Prozent entfalle gegenwärtig auf Liquidität. "Niemand scheint mehr bereit zu sein, Risiken einzugehen", fügt Faller hinzu. Seinen Worten zufolge werden im aktuellen Umfeld Kreditprodukte (Private Debt) und darauf beruhende Fonds zu einer immer wichtigeren Alternative. Das können Kredite an Unternehmen oder für Infrastrukturprojekte sein. 

"Mit privaten Kreditprodukten, die eine hohe Qualität aufweisen, lässt sich im Vergleich zu hochwertigen Anleihen im Schnitt eine um 2 Prozentpunkte höhere Rendite erzielen."

Faller geht davon aus, dass sich die Vermögensverwaltung in Zukunft immer stärker auf private Märkte verlagern werde. In zehn Jahren dürfte sich jeweils ein Drittel auf aktive, passive und private Produkte verteilen. "Für diese Entwicklung positionieren wir uns." Zu den privaten Anlageprodukten zählen neben Kreditfonds zum Beispiel auch nichtbörsennotierte Unternehmensbeteiligungen (Private Equity).

Immer wichtiger würden nachhaltige Anlageprodukte. Vor allem die institutionellen Kunden legten vermehrt Wert auf ökologische und soziale Kriterien sowie Aspekte guter Unternehmensführung (ESG). "Sie wollen nicht in Skandale verwickelt werden, die ihrem Ruf schaden können, und erkennen die positiven Eigenschaften nachhaltiger Anlagestrategien im Hinblick auf die Risiko-Rendite-Profile ihrer Portfolios", sagt Faller. Es sei praktisch nicht mehr möglich, das Mandat eines institutionellen Kunden zu erhalten, ohne die Berücksichtigung von ESG-Faktoren nachzuweisen.

Als privater Investor ist er jeweils zu 20 Prozent in privaten und börsennotierten Kreditprodukten investiert. Auf Aktien entfielen 40 Prozent, auf Immobilien und Hedgefonds jeweils 10 Prozent. "Mit einem solchen Anlageportfolio lässt sich eine jährliche Rendite von 5 bis 6 Prozent erzielen." Faller ist froh, in einer Bank zu arbeiten, die von einer Familie geführt wird. Börsennotierte Vermögensverwalter stünden besonders unter Druck, ihr verwaltetes Vermögen zu steigern. Denn darauf achteten die Analysten. Das Vermögen auszuweiten sei aber nicht immer im Interesse der Kunden. "Meines Erachtens kann es bei börsennotierten Vermögensverwaltern einen Konflikt zwischen den Anforderungen des Aktienmarkts und den Interessen der Kunden geben."

Investment-Expertise

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Nicolas Faller
co-CEO Asset Management

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Markus Frühauf, 13.09.2019
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