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Analysen 17.07.2018

Gold stehen harte Zeiten bevor

Gold stehen harte Zeiten bevor

Trotz der Ungewissheit über einen möglichen Handelskrieg, der zu erheblichen Turbulenzen und Schäden an den globalen Finanzmärkten führen könnte, steht Gold seit Mitte Juni unter Druck.


Es diente definitiv nicht als sicherer Hafen, wie es in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit üblich ist, da die protektionistischen Massnahmen von der Sorge um weltweit steigende Zinsen überschattet werden und die Dynamik des globalen Wachstums zwar zunimmt, aber dennoch nachlässt.

Auch die abklingenden geopolitischen Spannungen haben Gold in Schach gehalten, nachdem Präsident Trump und Kim Jong-un ein Abkommen zur vollständigen Entnuklearisierung Nordkoreas unterzeichneten.

In den USA feuern die meisten Makrodaten aus allen Zylindern, angesichts der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt und Trumps Steuerreform. Die von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsrate liegt zum ersten Mal seit sechs Jahren über ihrem 2%-Ziel, was die Wahrscheinlichkeit von zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr begünstigt.

Diese guten Statistiken und das Signal der EZB, dass die europäischen Zinsen länger als erwartet auf Eis liegen werden, beförderten den US-Dollar auf ein 11-Monatshoch, was Gold keine Chance liess. Ein weiterer Impuls für den Dollar kommt von der Ungewissheit, die dem Brexit seit dem Rücktritt von David Davis und Boris Johnson aus Teresa Mays Regierung anhaftet. Gold fiel zwischenzeitlich auf 1237 US-Dollar, den tiefsten Stand seit Dezember 2017.

Ebenso belastend für Gold, wirkt die stark nachlassende physische Nachfrage vor allem aus China, dem grössten Goldverbraucher der Welt. Grund dafür ist der Versuch der Chinesischen Volksbank, den Yuan als Antwort auf den Handelsstreit mit den USA zu entwerten, sowie die jüngst enttäuschenden Wirtschaftszahlen, welche die Ängste einer Konjunkturverlangsamung befeuern.

Ebenso negativ fielen die Abflüsse aus ETFs ins Gewicht. Der Goldbestand des SPDR Gold ETF lag kürzlich auf dem niedrigsten Wert seit August 2017, worin sich das völlige Desinteresse der Anleger am Gold widerspiegelt.

Das Edelmetall könnte seinen Abwärtstrend fortsetzen, wenn ein Handelsabkommen geschlossen wird, bevor der Handelsstreit zu einem grösseren und schädlicheren Konflikt eskaliert. Wir wissen, dass Präsident Trump es sich zur Gewohnheit gemacht hat, extreme Positionen einzunehmen und sich dann in letzter Minute auf einen Kompromiss einlassen könnte. Wir halten an unserem vorsichtigen Ausblick fest und gehen davon aus, dass das Gold in den kommenden Monaten voraussichtlich zwischen 1200 und 1300 US-Dollar pendeln wird.

Dennoch sollte Gold unseres Erachtens nicht vollständig abgeschrieben werden, denn wir können nicht ausschliessen, dass es von einer technischen Erholung profitiert, wenn asiatische Schnäppchenjäger auf den Plan treten, sobald sie das Gefühl haben, dass Gold einen soliden Boden erreicht hat. Auch sind seltsamerweise die Renditen der US-Anleihen trotz der kräftigen makroökonomischen Zahlen und des jüngsten Anstiegs des US-Dollars gefallen. Dies ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Fed die Zinsen weniger aggressiv als erwartet erhöhen könnte, wenn der Handelskrieg schlimmer ausfällt als erwartet und dem Baissetrend beim Gold Einhalt gebieten könnte.

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Névine Pollini
Equity Analyst

 

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