Die zentrale Frage der letzten zwei Jahre war, ob die massiven Investitionen in Rechenzentren, Chips und Computermodelle zu ebenso beeindruckenden Erträgen führen würden; die jüngste Berichtssaison hat den Beweis dafür geliefert.
Am deutlichsten wird dies im Bereich Cloud Computing: Das Wachstum der drei größten Hyperscaler schoss im zweiten Quartal 2026 in die Höhe, wobei KI zunehmend als wichtigster Wachstumsmotor genannt wurde. In der ersten Jahreshälfte stieg das Umsatzwachstum von Google Cloud im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 63 % auf 82 %, das von Microsoft Azure (bei konstanten Wechselkursen) wuchs von 39 % auf 43 %, und das von AWS (der führenden Cloud-Plattform) von 28 % auf 37 % – eine bemerkenswerte Rate angesichts des annualisierten Umsatzes von 169 Milliarden US-Dollar.
Diese Beschleunigung ist nicht einfach nur eine zirkuläre Finanzierung innerhalb des Technologiesektors; der Einsatz von KI hat sich auf alle Branchen ausgeweitet. Microsofts 365 Copilot verfügt über mehr als 30 Millionen kostenpflichtige Lizenzen, was etwa 6,5 % der kommerziellen Lizenzen von Microsoft 365 entspricht. Die Marktdurchdringung ist zwar noch bescheiden, doch der Trend ist ermutigend: Die Zahl der kostenpflichtigen Copilot-Lizenzen hat sich seit Ende 2025 mehr als verdoppelt (von 15 Millionen auf über 30 Millionen im Juni 2026). Auch das sequenzielle Wachstum der Lizenzen gewinnt an Fahrt und stieg von 30 % auf über 50 % – ein Zeichen dafür, dass Unternehmen von Testphasen zu einer breiteren Einführung übergehen.
Das Wachstum der Endnachfrage zeigt sich am deutlichsten bei den Modellanbietern. Die annualisierten Umsatzzahlen von Anthropic sind von rund 9 Mrd. USD Ende 2025 auf über 65 Mrd. USD im Juli 2026 gestiegen, während der jüngste annualisierte Umsatz von OpenAI bereits die 40-Mrd.-USD-Marke überschritten hat. Es bestehen weiterhin Zweifel an der Rentabilität von Basismodellen, insbesondere bei OpenAI, doch ein solcher Umsatzanstieg zeigt, dass Kunden bereit sind, erhebliche Summen für KI-Fähigkeiten zu zahlen.
Dies wirft jedoch die Frage auf: Schreitet die Monetarisierung der KI schnell genug voran, um die Höhe dieser Investitionen zu rechtfertigen? Die Unternehmensvorstände sind optimistisch. Alphabet veröffentlichte seine Investitionsprognosen für 2026 (195–205 Milliarden US-Dollar) und rechnet damit, dass diese Zahlen 2027 weiter steigen werden. Amazon hob sein Ziel für 2026 erneut auf 220 Milliarden US-Dollar an und wies darauf hin, dass seine Kapazitäten bis ins Jahr 2027 hinein begrenzt sein werden. Microsoft baut seine Rechenkapazität zügig aus, wobei die Nachfrage nach Azure weiterhin das Angebot übersteigt. Selbst SpaceX entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur im Bereich der KI-Infrastruktur, wobei Elon Musk anstrebt, bis Ende 2027 eine Kapazität von 15 GW bereitzustellen.
Die Debatte über die Monetarisierung von KI ist noch lange nicht beendet. Abschreibungen, Energiekosten und Zinsaufwendungen werden weiter steigen. Die Akzeptanz entwickelt sich nicht linear, und die Finanzierung von Rechenzentren bleibt eine Herausforderung. Allerdings verschiebt sich die Beweislast: Vor einem Jahr mussten Investoren noch auf Nachfrageprognosen vertrauen; heute liefern die Expansion der Cloud, die zunehmende Nutzung von KI durch Unternehmen und die steigenden Umsätze der wichtigsten Modellanbieter den soliden Beweis dafür, dass Investitionen in KI rentabel sein werden.
Die hierin geäußerten Meinungen entsprechen dem Stand vom 20. August 2026 und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Der Leser sollte sich nicht auf diese Informationen als Analyse oder Anlageberatung in Bezug auf einen bestimmten Fonds, eine bestimmte Strategie oder ein bestimmtes Wertpapier verlassen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse. Etwaige Prognosen, Vorhersagen oder Zielvorgaben, sofern angegeben, dienen lediglich als Anhaltspunkt und stellen keinerlei Garantie dar.