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UBP in der Presse 03.12.2018

Union Bancaire Privée – eine Bank ganz in Familienhand

Union Bancaire Privée – eine Bank ganz in Familienhand

The Straits Times (25.11.2018) - Der CEO will die UBP zu einer der grössten Banken in Familienbesitz machen.


Guy de Picciotto geniesst Singapurs warmes Klima, nachdem er die Kälte Europas hinter sich gelassen hat. Und er meint damit nicht nur das Wetter.

«Europa ist ein bisschen langweilig, zu viele Probleme, zu viele Streitfragen», sagt der CEO der Union Bancaire Privée, einer der grössten Privatbanken der Schweiz. «Wenn ich hierherkomme, ist alles viel positiver, dynamischer und erfrischender ... Europa scheint unfähig, sich von seinen Dämonen zu befreien.»

Nach den Rückschlägen der globalen Finanzkrise griff Guy de Picciotto in den letzten sechs Jahren kräftig in die Familienkasse und baute die Bank stetig aus, u. a. auch in Asien.

Das Schweizer Geschäft von ABN Amro wurde 2011 übernommen, das internationale Geschäft der Lloyds Banking Group zwei Jahre später. 2016 kaufte er der Royal Bank of Scotland das internationale Geschäft der Coutts ab, sodass der Personalbestand in Singa-pur und Hongkong auf 250 anstieg und die Bank so ihre Präsenz in Asien schlagartig deutlich ausbauen konnte.

«Wenn die Coutts nicht wäre, wäre ich nicht hier (in Singapur)»

meinte er kürzlich zu mir. «Sie müssen mir glauben.»

Die Coutts ist ja bekanntlich schon seit einer Ewigkeit die Privatbank der Königin von England, doch Guy de Picciotto stellt sofort klar, dass die Königin keine Kundin ist, da er ja nur das globale Geschäft gekauft habe. Dies scheint ihm aber nicht allzu viel auszumachen.

«Ich bin nicht sicher, dass sie Gebühren zahlt», fügt er hinzu und zeigt damit seine humorvolle Seite – ganz zu meiner Verwunderung, denn ich habe fest damit gerechnet, dass ich einem typischen Genfer Banker mit Pokerface gegenüberstehen werde.

Die Zeiten wandeln sich und damit auch die Welt, die Guy de Picciotto von seinem Vater geerbt hat. Dieser hatte die UBP 1969 gegründet, nachdem er 15 Jahre zuvor als Emigrant über Lissabon, Aleppo und Beirut in die Schweiz gekommen war.

Die Tage des Bankkundengeheimnisses, für welches die Finanzbranche der Schweiz vor allem bekannt war, sind schon längstens vorbei.

Die USA, wo grosse Privatvermögen liegen, sind für Schweizer Banker zu einem unliebsamen Ort geworden, denn sie erachten die aufdringlichen Regulierungsinstanzen als zu lästig.

Seit Narendra Modi Premierminister Indiens ist, wo ebenfalls sehr viele vermögende Kunden leben, beobachten die dortigen Steuerbehörden Bürger mit Schweizer Bankkonten ebenfalls sehr genau.

Banken wie die UBP müssen daher ein grösseres Netz auswerfen und können nicht mehr als sichere Verstecke für heimliche Vermögen konkurrieren, sondern müssen sich auf der Grundlage der Ergebnisse am Markt behaupten, die sie mit innovativen Produkten, hochwertiger Information und engen, langfristigen – oft seit Generationen gehegten – Beziehungen für ihre Kunden erzielt haben.

Schweizer Banken seien kaum benachteiligt, sie hätten sich gut an die neuen Gegebenheiten angepasst. Die Schweiz ist nach wie vor die Nummer 1 im Wealth Management.

«Die Aura des Bankkundengeheimnisses, welche einst die Privatbanken umgeben hatte, hat sich verflüchtigt», sagt er. «Ohne Bankkundengeheimnis hatten wir keinen Wettbewerbsvorteil mehr. Wir mussten also alles daransetzen, transparenter und aktiver zu werden. Dank der Aufhebung des Bankkundengeheimnisses sind wir proaktiver geworden.»

Auch die Beaufsichtigung durch die Regulierungsinstanzen sei strenger geworden. Obwohl solche Veränderungen der Rahmenbedingungen kurzfristig mühsam seien, hätten sie dafür gesorgt, dass die Bankenbranche heute widerstandsfähiger und solider ist.

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