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UBP in der Presse 17.04.2018

Die Gewinne der Privatbanken legten 2017 kräftig zu

Die Gewinne der Privatbanken legten 2017 kräftig zu

Le Temps (16.04.2018) - Weshalb sind die Gewinne und die verwalteten Vermögen der Genfer Privatbanken im letzten Jahr so deutlich gestiegen? Guy de Picciotto, Chef der UBP, äussert sich zu den Trends, welche das Jahr 2017 prägten und die Zukunft bestimmen werden.



Die Ergebnisse der Privatbanken 2017 in Genf wie auch in der restlichen Schweiz zeichneten sich durch deutlich höhere Reingewinne und verwaltete Vermögen aus. Der Reingewinn der Genfer Privatbanken stieg zwischen 17% (Lombard Odier: auf 146 Millionen Franken) und 36% (Pictet: auf 572 Millionen Franken) und damit im Grossen und Ganzen stärker als derjenige der Deutschschweizer Institute, die wir zu Vergleichszwecken ausgewählt haben (Julius Bär, J.Safra Sarasin und Vontobel). Die verwalteten Vermögen der Genfer Privatbanken erhöhten sich im Vorjahr zwischen 6% (UBP: auf 125,3 Milliarden Franken) und 17% (Lombard Odier: auf 274 Milliarden Franken). Zu diesen Ergebnissen steuerte weitgehend die gute Börsenentwicklung 2017 bei.

Der Nettoneugeldzufluss war in Genf – ausser bei Edmond de Rothschild (-2,4 Milliarden Franken aufgrund der «Neuausrichtung der Gruppe auf ihre wichtigsten Kunden und Märkte») und bei der UBP (-1,2 Milliarden Franken) – positiv. Dieser sehr beachtete Indikator hat indes Grenzen, da die Banken in der Regel nicht kommunizieren, wie sich der Mittelzufluss genau zusammensetzt, also, ob es sich um Gelder aus dem Private Banking oder dem Asset Management oder um Einlagen handelt und auf welche Währungen diese Mittel lauten – alles Faktoren, die sich auf die Rentabilität dieser Vermögen auswirken. Dennoch belegen diese Zahlen, dass die Privatbanken nach wie vor durchaus in der Lage sind, Kapital anzuziehen.

Rentabilität zwischen 5 und 17,6 Basispunkte

«Die erste – und meines Erachtens die naheliegendste und interessanteste Möglichkeit –, die verwalteten Vermögen zu erhöhen, sind immer noch Akquisitionen», erklärt Guy de Picciotto, CEO der UBP. «Die zweite ist die Einstellung neuer Teams. Die dritte Option ist die Kreditvergabe: Angesichts des derzeitigen Niedrigzinsumfelds nehmen viele Kunden ein Darlehen zu einem Zinssatz von 1% auf und versuchen das Geld anschliessend an den Finanz- oder Hypothekarmärkten rentabler zu investieren.» Sodass Kredite zu einem Verkaufsschlager werden könnten? «Das wage ich zu bezweifeln, vielleicht für ganz wenige High-End-Kunden.»

Ein weiterer Trend, der in den letzten Jahren zu beobachten war: Die Privatbanken greifen auf die Einlagen ihrer Kunden zurück, was sie früher nicht getan haben. Der Zuwachs der Zinsmarge zeigt, dass einige Institute diese Einlagen nutzen, um der Kundschaft Kredite zu gewähren oder diese Mittel am Markt anzulegen und eine höhere Rentabilität zu erzielen.

In Genf variiert diese Rentabilität, also das Verhältnis von Reingewinn zu den Vermögen, zwischen 5 und 17,6 Basispunkten. Julius Bär und J.Safra Sarasin verzeichneten 21 bzw. 18,5 Basispunkte.

Rückführungen kompensieren

Womit ist auf der Grundlage der Ergebnisse 2017 in den kommenden Jahren zu rechnen in der Vermögensverwaltung? Die Faktoren, die sich positiv auf das Wachstum der verwalteten Vermögen auswirken, werden anhalten, doch auch neue Wolken werden am Himmel aufziehen. «Der erste dieser Bremsfaktoren betrifft die Zinsen», meint Guy de Picciotto.

«Wir befinden uns in einer Phase steigender Zinsen, vor allem in den USA. Die Nachfrage nach Krediten wird vielleicht nachlassen.»

Der zweite Bremsfaktor ist die steuerliche Regularisierung der ausländischen Kunden und die Rückführung von deren Vermögen. «Dieser Prozess wird Ende 2018 im Grossen und Ganzen abgeschlossen sein. Die neuen Länder, mit denen die Schweiz den automatischen Informationsaustausch vereinbart hat, d. h. Saudi-Arabien, Südafrika usw., dürften sich kaum auswirken, » ist der CEO der UBP überzeugt.

Besteht das Risiko, dass Kunden, die aus Staaten mit unzuverlässigen oder korrupten Rechtssystemen stammen, massenweise abwandern, weil sie nicht möchten, dass ihr Heimatland von ihrem Vermögen erfährt? «Einige Kunden sahen sich gezwungen, ihr Vermögen im Rahmen der Steueramnestie zurückzuführen. Dies erklärt, weshalb die verwalteten Vermögen im letzten Jahr bei mehreren Banken weniger stark gewachsen sind.» Doch Guy de Picciotto glaubt nicht, dass der Genfer Finanzplatz gefährdet ist. «Trotz dieser Rückführungen – die vorübergehender Natur sein können – bleiben die Schweiz und ihr Bankenplatz attraktiv und das Land stabil. Wird die Situation der Kunden jedoch untragbar, verlassen sie ihr Heimatland und wandern nach Monaco, Dubai oder sogar in die USA aus.»

Zwanzig Jahre voller Hindernisse überlebt

«Neben den zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit den neuen Vorschriften (wie der europäischen Richtlinie MiFID) erschwert auch der verschärfte Wettbewerb zwischen den Banken die Akquisition neuer Vermögen», fährt unser Gesprächspartner fort. «Einige Institute – allen voran die börsenkotierten Banken – müssen ein Wachstum der verwalteten Vermögen vorweisen, da der Markt dies verlangt. Dies führt zu einem Preiskrieg, vor allem bei den sehr grossen Kunden.» Verhandeln die Kunden mehr? «Einige haben verhandelt, da die Tarife der Banken zu Zeiten des Bankkundengeheimnisses möglicherweise höher waren als bei der internationalen Konkurrenz. Doch heute sind die Preise gleich hoch, wenn nicht sogar tiefer als an anderen konkurrierenden Finanzplätzen – und dies bei einer deutlich besseren Servicequalität, davon bin ich überzeugt.»

Der europäische Markt, der wichtigste Exportmarkt für die Genfer Vermögensverwaltung, bleibt «geschlossen oder höchstens einen Spaltbreit offen». Sieht die Zukunft düsterer aus als auch schon? «Die Medien sagen schon seit zwanzig Jahren das Ende der Banken voraus. Es begann mit der Internetblase, dann folgten das Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU, die Finanzkrise 2008, Rubik, die Aufgabe des Bankkundengeheimnisses, die US-Bussen, Fintech und schliesslich der automatische Informationsaustausch."

"Dennoch geht es dem Schweizer Bankensektor mit seinen vielleicht etwas stärker konsolidierten und grösseren Akteuren recht gut. Viele andere Branchen hätten solche Phasen nicht überstanden.»

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