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UBP in der Presse 04.10.2021

Beste Zeiten für Private Markets-Anlagen als Anlagealternative

Beste Zeiten für Private Markets-Anlagen als Anlagealternative

Le Temps (04.10.2021) - Seit die Private Markets in den 1990er Jahren in Mode gekommen sind, haben sie noch nie so starken Zulauf erlebt wie heute. Die privaten Märkte decken einen Grossteil des Bereichs der Alternative Investments und damit des breiten Spektrums nicht traditioneller Anlageklassen ab.


„Privat“ sind diese Märkte insofern, als sie nicht wie Börsen öffentlich zugänglich sind. Im Gegensatz zu börsennotierten Wertpapieren sind Private Assets naturgemäss illiquide. Das Spektrum reicht von Private Equity und Private Debt über Immobilienanlagen bis hin zu Real Assets und Infrastrukturanlagen.

Dieser Markt, der es nach Zahlen des Marktdatenanbieters Preqin in der Schweiz mittlerweile auf ein Volumen von EUR 72 Mrd. bringt, hat in seiner bisherigen Entwicklung von verschiedenen strukturellen und konjunkturellen Faktoren profitiert. Dies gilt insbesondere für die neuen aufsichtsrechtlichen Vorschriften nach der Finanzkrise 2008. Durch die strengeren aufsichtsrechtlichen Vorgaben (Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätskennzahlen) sahen sich die grossen Finanzinstitute gezwungen, die Unternehmensfinanzierung zurückzufahren. Somit mussten sich die Unternehmen nach anderen Finanzierungsquellen umsehen. 

Exemplarisch wird dies an den sogenannten Unicorns deutlich, auch wenn diese Gruppe nur einen Teil des enormen Potenzials kapitalsuchender Unternehmen an den privaten Märkten verkörpert. Einer aktuellen Zählung von Goldman Sachs zufolge konnten 392 nicht börsennotierte Unternehmen nur durch Private Market-Finanzierung eine Marktkapitalisierung von über USD 1 Mrd. erreichen. Im Jahr 2006 gab es erst 6 solcher Unicorns.

Illiquiditätsprämien zwischen 2,5 und 4%

Die Renditeschmelze an den Rentenmärkten hat ihren Teil dazu beitragen, dass die Anleger das Renditepotenzial an den privaten Märkten genauer unter die Lupe genommen haben. Einmal abgesehen von grossen Positionen in Emerging Market Debt oder High Yield-Anleihen und erhöhter Volatilität als Kehrseite der Medaille, schneiden die illiquiden Anlagen in diesem Vergleich gut ab.

Die Illiquiditätsprämie, die der Anleger als Entschädigung für das Risiko verlangt, seine Anlage für einen bestimmten Zeitraum nicht verkaufen zu können, ist jedenfalls nicht gesunken.

Diese Prämie bewegt sich in einer Spanne von 2,5% im Private Debt-Segment bis 4% im Bereich Private Equity beispielsweise – im aktuellen Niedrigzinsumfeld ein besonders attraktiver Rendite-Boost.

In ihrem Bemühen um eine Optimierung des Risiko/Rendite-Verhältnisses ist den Anlegern dieses Renditepotenzial nicht entgangen. Der Kapitalstrom an die Private Markets spricht Bände. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Eine zu starke oder zu schnelle Straffung der Zinszügel durch die Zentralbanken dürfte der Weltwirtschaft zu schaffen machen. Und auch die Staaten, die sich zur Abfederung des Rezessionseffekts der Pandemie hoch verschuldet haben, können einen zu starken Anstieg der Zinslast nicht verkraften. Ausser bei einem sprunghaften Inflationsanstieg dürften die Anleiherenditen dauerhaft niedrig bleiben.

War das Interesse an dieser Anlageklasse bislang auf den Kreis der institutionellen Anleger beschränkt, steht sie plötzlich auch bei Privatanlegern hoch im Kurs.

Institutionelle Anleger nutzen tatsächlich schon lange das Renditepotenzial und den Diversifizierungseffekt der Private Markets.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass dieser illiquide Teil des Portfolios in der Regel nicht taggenau bewertet werden muss, sodass bei einer temporären Marktschwäche zum Jahresende keine Wertberichtigungen vorgenommen werden müssen.

Finanzierung der Energiewende 

Für Privatanleger sind Immobilien- oder Infrastrukturanlagen häufig eine Alternative zu den renditeschwachen Rentenmärkten, aber auch eine echte Absicherung gegen die seit Ausbruch der Coronakrise herrschende Unsicherheit an den Börsen sowie gegen Inflationsrisiken.

Dennoch nimmt sich der Portfolioanteil von Privatmarktanlagen in der Schweiz nach wie vor relativ bescheiden aus. Die Schweizer Altersvorsorgeeinrichtungen unterliegen im Hinblick auf alternative Anlagen regulatorischen Beschränkungen. Durch eine zur Finanzierung der Energiewende erforderlich gewordene Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen sind diese Beschränkungen nun allerdings zum Teil hinfällig geworden. 

Infolge der letzten Änderungen an der Verordnung über die berufliche Altersvorsorge (BVV 2) sind Infrastrukturanlagen nun auch als direkte Anlagen zulässig. Damit steigt die Anlagegrenze für Infrastrukturanlagen von Altersvorsorgeeinrichtungen auf einen Portfolioanteil von 10%. 

Betroffen sind von diesen rechtlichen Änderungen Energieinfrastruktur, Verkehrsinfrastruktur, Versorgungs- und Gesundheitsinfrastruktur. Damit soll Pensionskassen und anderen Altersvorsorgeeinrichtungen die Möglichkeit gegeben werden, stärker in ökologisch nachhaltige Projekte in der Schweiz1  oder im Ausland zu investieren.

Infrastrukturanlagen auf Wachstumskurs

Wenn also heute ein Drittel des Kapitals in Private Equity fliesst, dürften die stärksten Wachstumsimpulse von den Infrastrukturanlagen kommen. Aus der letzten europaweiten Studie von Preqin ergibt sich ein Anstieg des Bestands an Infrastrukturanlagen von 30% im Jahr 2020. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit den beträchtlichen Ausgaben zur Wachstumsbelebung nach der Coronakrise sowie dem Übergang zu einer nachhaltigen und sozial gerechten Welt (die G20 beziffern den globalen Infrastrukturbedarf auf USD 3.700 Mrd.).

Die privaten Märkte dürften also eine wichtige Rolle spielen, und es sieht ganz danach aus, als würden die neuesten rechtlichen Änderungen dauerhaft für starkes Anlegerinteresse an dieser Anlageklasse sorgen.

Private Markets Group

1Änderung der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterbliebenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2), 26. August 2020


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Nicolas Faller
Co-CEO Asset Management
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