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Analysen 23.07.2018

Hedgefonds – eine echte Lösung für mehr Diversifizierung

Hedgefonds – eine echte Lösung für mehr Diversifizierung

Die alternative Vermögensverwaltung hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Hedgefonds, die der Risikosteuerung dienen, bieten den Anlegern die Möglichkeit, ihre Anlagen passend zum aktuellen Marktumfeld zu diversifizieren.


In den letzten Jahren wurde über Hedgefonds nicht nur Gutes berichtet. Häufig wurden sie mit dem Derivate-Universum und eventuellen unüberlegten Risiken in Verbindung gebracht. Dies entspricht jedoch nicht dem eigentlichen Wesen von Hedgefonds. Statt Risiken zu vermehren, dienen sie eigentlich dazu, Risiken mittels eindeutig festgelegter Strategien zu reduzieren. Ihr Ziel ist es, durch Ausnutzen von Marktineffizienzen stabile Renditen zu erzielen.

Ein ideales Marktumfeld für Hedgefonds

Im aktuellen Marktumfeld ist das Renditeprofil von Hedgefonds wie eine Oase inmitten der Wüste. Die Anleihemärkte in Europa bieten bereits seit Jahren keine nennenswerten Renditen mehr – teilweise sind diese sogar negativ. Darüber hinaus sind Zinserhöhungen, die in den USA bereits eingesetzt haben, ein Risiko für Anleiheinhaber.

Gleichzeitig sind die Aktienmärkte seit Jahresbeginn volatiler und unvorhersehbarer geworden. Im Februar wurde die stärkste Volatilität seit zwei Jahren verzeichnet. Auch die anhaltenden Spannungen im Welthandel üben weiter starken Druck auf die internationalen Märkte aus.

Vor diesem Hintergrund suchen immer mehr Anleger nach neuen Diversifizierungsstrategien und setzen dabei auf Anlageklassen, die wenig mit den Marktschwankungen korrelieren. Immobilien, die in diesen Situationen meist beliebt sind, haben den Nachteil, dass sie nur geringe Liquidität bieten. Hedgefonds hingegen setzen auf flexible und sehr liquide Instrumente, um Anlagestrategien umzusetzen, die weder mit den Aktienmärkten noch mit den Zinsen korrelieren und zugleich die Risiken reduzieren.

Vier mögliche Strategien von Hedgefonds

Bei Hedgefonds unterscheidet man vier verschiedene Verwaltungsstrategien, die auf unterschiedliche Methoden der Renditeerzielung setzen.

Long/Short Equity-Strategien zielen darauf ab, eine marktunabhängige Wertentwicklung zu bieten, indem im Aktiensegment bei dynamischen Unternehmen mittels Long-Positionen auf eine Wertsteigerung und bei Unternehmen mit schwacher Entwicklung mittels Short-Positionen auf einen Wertverlust gesetzt wird. Durch die Eröffnung gegensätzlicher Positionen können globale Marktschwankungen eliminiert und kann der Fokus allein auf die langfristige unterschiedliche Performance der Long- und Short-Positionen gerichtet werden. Eine Strategie zur langfristigen Wertsteigerung im Gesundheitssektor besteht beispielsweise darin, innovative Biotechnologie-Titel zu kaufen und gleichzeitig bei großen, weniger innovativen und stärkerem Wettbewerbsdruck unterliegenden Titeln desselben Sektors auf eine negative Entwicklung zu setzen.

Global-Macro-Strategien haben ein breiteres Anlagespektrum und vergleichen beispielsweise verschiedene Länder im Hinblick auf bestimmte wirtschaftliche Faktoren (BIP-Wachstum, Leistungsbilanz), um in erster Linie auf steigende oder fallende Zinsen, Wertsteigerungen oder -verluste von Anleihen oder eine Auf- oder Abwertung der Währungen dieser Länder zu setzen und deren gegensätzliche Entwicklungen auszunutzen. Diese Art der Verwaltung kann diskretionär (basierend auf grundlegenden Kriterien) oder systematisch (auf Grundlage mathematischer Modelle) erfolgen.

Event-Driven-Strategien zielen darauf ab, von einschneidenden Ereignissen in Bezug auf Unternehmen zu profitieren, insbesondere von M&A-Transaktionen oder Leveraged Buyouts. Im Zuge entsprechender Ereignisse fällt es den Anlegern schwer, den fairen Preis eines Unternehmens an der Börse zu ermitteln, woraus sich Möglichkeiten ergeben, von Marktineffizienzen zu profitieren.

Relative-Value-Strategien schließlich ermöglichen eine Wertschöpfung durch Ausnutzung geringer Preisunterschiede an den Aktien- und Anleihemärkten. Um besonders stabile Renditen zu generieren, werden diese Strategien mit kontrollierten Hebeleffekten kombiniert.

Immer mehr Anleger setzen auf diese Art der Vermögensverwaltung

Die Anbieter von Hedgefonds sind in den vergangenen Jahren immer zahlreicher geworden, sodass es inzwischen deutlich mehr sind als vor 2008. Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs in diesem Bereich und der rarer werdenden Anlagechancen an den Märkten ist die durchschnittliche Wertentwicklung von Hedgefonds in den letzten Jahren zurückgegangen. Dennoch verzeichnen einige ältere Anbieter im Hedgefonds-Segment noch immer eine solide und kontinuierliche Wertentwicklung über Anlagehorizonte von 10, 15 und 20 Jahren.

Bestimmte Hedgefonds-Strategien, die in der Vergangenheit professionellen Anlegern vorbehalten waren, sind inzwischen auch dem breiten Publikum zugänglich. Besonders liquide Strategien (insbesondere Long/Short-Strategien) sind derzeit über OGAW-Fonds zugänglich, die der europäischen OGAW-Richtlinie entsprechen. Anleger können diese Strategien somit zur Diversifizierung nutzen, indem sie von einer echten Entkoppelung von ihren sonstigen Anlagen profitieren.

UBP Alternative Investments

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Olivier Marion
Head of Business Developement
& Senior Investment Specialist

Insight

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