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UBP in der Presse 09.10.2017

Aktive Verwaltung nach wie vor bei Anlegern sehr beliebt

Aktive Verwaltung nach wie vor bei Anlegern sehr beliebt

Market -  Mit mehr als 200 Vermögensverwaltungsexperten gehört die Union Bancaire Privée (UBP) zu den führenden Instituten im Dienste institutioneller Kunden. Die Privatbank, die auf aktive Verwaltung setzt, ist zu einem unumgänglichen Player im Asset Management geworden. Gespräch mit Nicolas Faller, Co-CEO Asset Management bei der UBP.


Mit welchen Herausforderungen ist die institutionelle Vermögensverwaltung heute konfrontiert?

Es sind deren zwei. Erstens das seit mehreren Jahren anhaltende Niedrigzinsumfeld, das uns veranlasst hat, die Vermögensaufteilung unserer Kunden zu überdenken und die Portfolios an diese bislang ungekannten Bedingungen anzupassen. Von diesem Rebalancing „profitierten“ in erster Linie die nicht kotierten Aktien und Obligationen. Zweitens stellt die Kontroverse um die wachsende Bedeutung der passiven Verwaltung, zu der die in den letzten Jahren im Übermass vorhandene Liquidität beigetragen hat, eine weitere Herausforderung für die Akteure dar, die wie wir in allen Marktsegmenten aktive Verwaltungsstrategien einsetzen. Reaktionsfähigkeit und Innovation waren gefragt, um unsere Kunden davon zu überzeugen, dass unser Ansatz funktioniert. Mit der Normalisierung der Geldpolitik scheint sich die Situation nun wieder umzukehren.

Welche Hauptgefahren drohen Ihrer Meinung nach am Markt?

Eines der grössten Risiken ist in unseren Augen das blinde Vertrauen der Anleger in die Fähigkeit der Zentralbanken, sowohl dem Markt Liquidität zuzuführen, als auch die Zinsen allmählich anzuheben, ohne einen Crash am Obligationenmarkt auszulösen. Da wir über keine historischen Daten verfügen, um den Ausstieg aus einer solchen Situation zu antizipieren, lässt sich nicht von vornherein ausschliessen, dass dieses Vertrauen letztlich schlagartig erschüttert wird. Dies würde sich zwangsläufig auf die Märkte auswirken, auch wenn die Wachstumserholung in den meisten grossen Volkswirtschaften eher zuversichtlich stimmt.

Eröffnet diese Konjunkturaufhellung Chancen?

Gewiss, aber wir müssen auf der Hut sein, wir dürfen trotz diesem offensichtlich nun synchron verlaufenden Wachstumszyklus bestimmte Enttäuschungen nicht aus den Augen verlieren. In den USA beispielsweise haben die Wahlversprechen von Donald Trump grosse Hoffnungen in den Wirtschaftskreisen geweckt. Nun zeichnet sich aber immer klarer ab, dass die Wiederbelebung der US-Wirtschaft sicherlich länger dauern wird als erwartet. Im Endeffekt stellt man jedoch fest, dass das Umfeld weiterhin günstig ist für Aktien, insbesondere angesichts des derzeitigen Zinsniveaus.

Einige Spezialisten behaupten, dass die Finanzwelt kurz vor einem neuen Crash steht. Wie schätzen Sie dieses Risiko ein?

Einige alarmierende Prognosen müssen differenziert werden. Die Staaten sind sicherlich hoch verschuldet, die Verschuldung der Unternehmen hingegen hält sich im Rahmen. Ausserdem ist seit dem letzten grossen Crash 2007 eine Reihe von Vorschriften in Kraft getreten. Diese sehen vor, dass sehr kurzfristige Positionen an den Märkten beschränkt werden müssen, wodurch sich die Risiken verringern. Gleichzeitig müssen die Versicherer und Pensionskassen kontinuierlich und in enormem Umfang an den Obligationenmärkten investieren, um ihre Renditevorgaben zu erfüllen – und dies unabhängig vom Zinsniveau. Dadurch sinkt die Gefahr heftiger Korrekturen in diesem Segment.

Nachhaltige Investitionen stossen auf immer grösseres Interesse bei den Anlegern. Für wie wichtig halten Sie diese Investitionen?

Bei der UBP haben sozialverträgliche Anlagen einen hohen Stellenwert. Wir haben 2012 die Principles for Responsible Investment der UNO unterzeichnet und die UBP war eine der ersten Banken, die einen sozial verträglichen Wandelanleihenfonds aufgelegt hat. In der Praxis kommt unser Ansatz dadurch zum Ausdruck, dass wir bestimmte Arten von Unternehmen aus unserem Anlageuniversum ausschliessen, wie beispielsweise solche, die Waffenhandel betreiben, doch wir möchten noch weiter gehen und beispielsweise Kohleabbauunternehmen aus unseren Portfolios verbannen. Ausserdem führen wir eine Liste von Unternehmen, die in Bereichen der sozialen Verantwortung mit einem hohen Risiko behaftet sind, und analysieren das Verhalten dieser Firmen permanent, um dieses Risiko zu verringern. Bisweilen intervenieren wir auch bei der Geschäftsleitung.

Welchen Platz nimmt die institutionelle Vermögensverwaltung bei der UBP ein?

Unsere verwalteten Vermögen steigen hier seit Jahren stetig an und belaufen sich derzeit auf über CHF 30 Milliarden. Die institutionelle Vermögensverwaltung nimmt heute einen zentralen Platz bei der UBP ein, denn sie hat der Bank ermöglicht, sowohl ihr Kompetenzspektrum als auch ihre Kundschaft zu diversifizieren. Dies ist ein beträchtlicher Vorteil, da sich die Investitionszyklen in der Regel zwischen Privat- und institutionellen Kunden unterscheiden. Bei den Privatanlegern beispielsweise hat es eine Weile gedauert, bis sie nach der Krise von 2008 an die Märkte zurückkehrten, während die institutionellen Kunden, die nicht ewig lang Liquidität im Portfolio halten können, rasch wieder investieren mussten. Trotz der deutlichen Unterschiede zwischen der institutionellen und der Privatkundschaft ist es uns bei der UBP ein grosses Anliegen, allen unseren Kunden einen optimalen Service zu bieten – egal zu welcher „Kategorie“ sie gehören. Um dies zu erreichen, ist es für alle Sparten der Bank zur Gewohnheit geworden, bei allen Dossiers zusammenzuarbeiten, die dies erfordern. Die Kompetenzen sind daher perfekt verzahnt.

Durch welche Stärken heben Sie sich in dieser hart umkämpften Branche von der Konkurrenz ab?

Viele Vermögensverwaltungsgesellschaften möchten auf allen Hochzeiten tanzen. Wir stellen indes fest, dass ihnen dies nur selten gelingt. Unsere Strategie besteht darin, uns ausschliesslich auf unsere Stärken zu konzentrieren oder mit renommierten Partnern wie Partners Group in der Schweiz oder SEB in Schweden zusammenzuarbeiten. Wir decken ungefähr zwölf Anlagekategorien ab und verfügen beispielsweise über ausgewiesenes Know-how im Fixed-Income-Bereich (Hochverzinsliche, Schwellenländer- und Wandelanleihen) sowie im Management von schweizerischen, europäischen oder asiatischen Aktien. Auch alternative Anlagen spielen eine wichtige Rolle.

Die UBP hat schon immer ihre Stärken gepflegt. Zwei davon erlauben uns, uns in der institutionellen Vermögensverwaltung zu differenzieren: unsere Reaktionsfähigkeit und unsere Befähigung, tatsächlich auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Dienstleistungen anzubieten, insbesondere im Rahmen sehr grosser Mandate. Das organische Wachstum der Bank, das in den letzten fünf Jahren sehr stark war, ist unter anderem diesen beiden Pfeilern zu verdanken.

Birgt die aktive Verwaltung noch Potenzial?

Aber sicher, auch wenn die Performance der letzten Jahre vielleicht etwas schwach erscheinen mag, weil der Überfluss an Liquidität passive Ansätze begünstigte. Eines ist indes klar: Die Tage der „pseudoaktiven“ Verwaltung, bei der zwar Gebühren erhoben werden, die aber einen echten Mehrwert vermissen lässt, sind gezählt. Die „echte“ aktive Verwaltung, mit der eine Outperformance erzielt werden kann, ist noch lange kein Auslaufmodell. 2016 war für die passive Verwaltung ein Rekordjahr. Sie verzeichnete eine fünfmal bessere Performance als die aktive. 2017 hingegen bildete sich die Differenz zwischen diesen beiden Ansätzen wieder zurück, sodass sie nun gleichauf liegen.

Die Branche befindet sich in einem raschen Wandel. Wie integrieren Sie die innovativen technologischen Lösungen in Ihre Prozesse?

In der institutionellen Vermögensverwaltung kommen Finanztechnologien, die sogenannten „Fintechs“, in zwei Bereichen zum Einsatz. Erstens ermöglichen sie eine bessere Analyse und Interpretation von Big Data, was zu einer präziseren Titelselektion beiträgt. Zweiten helfen sie uns, die Qualität der Dienstleistungen, die wir für unsere Kunden tagtäglich erbringen, zu verbessern. Dies ist insbesondere beim Reporting oder bei der Performanceattribution der Fall.

UBP Investment-Expertise

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Nicolas Faller
co-Head of Asset Management

 

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