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UBP in der Presse 19.06.2018

Genfer Privatbank UBP expandiert in Zürich

Genfer Privatbank UBP expandiert in Zürich

NZZ am Sonntag (17.06.18) - Von Daniel Hug und Albert Steck.

Die Union Bancaire Privée hat die verwalteten Vermögen in Zürich in fünf Jahren verdoppelt. Patron Guy de Picciotto fordert freien Zugang zum EU-Markt, den er heute nur über Umwege bearbeiten kann.
 


Die Zürcher Bahnhofstrasse beginnt bei Hausnummer 1 mit einer Bank, die kaum ein Passant kennt: Die diskrete Union Bancaire Privée ist 1969 in Genf vom Schweizer Bankier mit libanesischen Wurzeln Edgar de Picciotto gegründet worden. Der Hedge-Fund-Pionier leitete die Bank bis ins hohe Alter und verstarb 2016.

Sein Sohn Guy de Picciotto führt das Erbe erfolgreich weiter: UBP vermochte letztes Jahr den Gewinn um 25% auf 220 Mio. Fr. zu steigern und die verwalteten Vermögen auf 125 Mrd. Fr. zu heben. «Im ersten Halbjahr sind wir erneut gewachsen, wenn auch nicht im gleichen Tempo», erklärt Guy de Picciotto beim Gespräch in Zürich. «Wir rechnen mit einem Gewinnwachstum von etwa 10%.»

Die Märkte seien etwas schwieriger geworden, wie sich kürzlich in Italien gezeigt habe. «Das hat unsere Kunden etwas vorsichtiger werden lassen.»

220 Mitarbeiter in Zürich

UBP ist durch eine Reihe von Akquisitionen in den letzten Jahren stark gewachsen, insbesondere auch in Zürich, dem mittlerweile zweitgrössten Standort der UBP. An der Bahnhofstrasse 1 (das Haus gehört der Bank) und in einem zugemieteten Gebäude in der Nähe arbeiten heute rund 220 Mitarbeiter, wie Adrian Künzi präzisiert.

Der ehemalige Chef der Privatbank Notenstein La Roche, die kürzlich von Raiffeisen an Vontobel verkauft worden ist, wechselte im März zur UBP und leitet nun den Standort Zürich sowie das Private Banking in der Region Nordeuropa. «Wir konnten in Zürich die verwalteten Vermögen in den letzten fünf Jahren auf 27 Mrd. Fr. verdoppeln», so Künzi. Dies lag vor allem am Zukauf von Coutts International, der 2015 erfolgte.

Eine weitere Genfer Bank baut in Zürich aus: Pictet lässt den «Leuenhof», den ehemaligen Sitz der Bank Leu, renovieren und zieht 2020 dort ein. Sie hat den ehemaligen Julius-Bär-Chef Boris Collardi als Partner angeheuert, um das Geschäft in der Deutschschweiz zu entwickeln. Sind das Anzeichen für eine Verlagerung vom Finanzplatz Genf nach Zürich?

«Für gewisse Funktionen ist es in Zürich einfacher, die richtigen Leute zu finden», erklärt Künzi. Von Zürich aus betreut die UBP nicht nur Deutschland und Nordeuropa, sondern auch Osteuropa, den Mittleren und Nahen Osten so wie das Amerika-Geschäft, für das diese Woche ein ehemaliger Vontobel-Kadermann gewonnen werden konnte.

Fachleute für das Asset Management, Compliance und Steuern sind ebenfalls in Zürich konzentriert. In der Rangliste des Global-Financial-Centres-Index liegt Zürich auf Rang 16 und Genf auf Platz 26 – weit hinter London, New York, Hongkong und Singapur.

Die Ausgangslage würde sich deutlich verbessern, wenn es von der Schweiz aus möglich wäre, europäische Kunden zu betreuen. «Wir brauchen definitiv einen freien Zugang zum EU-Markt», fordert de Picciotto. «Wir sind eine Exportbranche und möchten unsere Swissness, unsere Fachleute und den Buchungsstandort Schweiz im Ausland verkaufen können.»

Sein Kollege nennt ein paar Zahlen: «Zwei Drittel des Volumens im Private Banking entfallen auf das grenzüberschreitende Geschäft. Rund die Hälfte davon stammt aus Europa», betont Künzi. «Ein substanzieller Teil unseres Geschäftes hat eine starke Verbindung zu Europa.»

Als Realist geht de Picciotto nicht davon aus, dass er bald einen freien Zugang zum EU-Markt erhalten wird. «Darum suchen wir andere Wege und betreuen unsere Kunden in der EU über unsere Bank in Luxemburg», sagt der Sohn des Firmengründers. Die Tochtergesellschaft wurde bereits 2002 etabliert, im Mai akquirierte Guy de Picciotto zudem die kleine Banque Carnegie Luxembourg.

Vom europäischen Kleinstaat aus betreibt die UBP mehrere Filialen in der EU. «Wir eröffnen dieses Jahr zudem eine Filiale in Italien, darauf folgt Spanien – und wahrscheinlich Frankreich», erläutert der Patron den Plan. «Ohne Marktzugang sind wir gezwungen, einen bedeutenden Teil unserer europäischen Aktivitäten über den Buchungsstandort Luxemburg abzuwickeln.»

Die Schweiz sei bei den vermögenden Kunden immer noch sehr gefragt. «Wenn ein europäischer Kunde heute zu einer Schweizer Bank geht, muss er dies in seinem Land nicht mehr rechtfertigen, weil es nicht mehr um Steuervorteile geht», beobachtet de Picciotto.

Im Zeitalter des automatischen Informationsaustausches sind Steuern kein Grund mehr. «Aber sie kommen, um ihr Vermögen diversifiziert anzulegen und das Risiko zu minimieren.» Darum suchten wohlhabende Familien heute verschiedene Standorte, auch ausserhalb Europas.

Bundesrat zu spät aktiv

Die Schweiz könne sich vor allem dank der eigenen Währung und eigenen Börse profilieren – beides sei wichtig für die Glaubwürdigkeit des Finanzplatzes. «Alle wichtigen Finanzplätze haben ihre eigene Börse», sagt Künzi. «Mit den vielen Schweizer Blue-Chip-Unternehmen haben wir einen legitimen Grund, eine eigene Börse zu betreiben. Wir müssen darauf achten, dass die Liquidität, die es braucht, um diese Aktien zu handeln, in der Schweiz bleibt.»

Dass der Bundesrat nun Massnahmen ergriffen hat, um die Börse in der Schweiz zu halten, findet de Picciotto richtig. «Aber ich glaube, dass der Bundesrat leider zu spät handelte.» Die Schweiz hätte laut de Picciotto bereits im Januar vehement intervenieren sollen, als unmittelbare Reaktion auf den Entscheid der EU im Dezember 2017. Damals teilte die EU mit, dass sie die Gleichwertigkeit der Schweizer Börse nur befristet auf ein Jahr anerkenne.

«Solange die Schweiz führend im Private Banking ist, müssen wir damit rechnen, dass wir regelmässig attackiert werden», sagt Künzi. «Wenn Sie mir 2007 gesagt hätten», führt de Picciotto aus, «dass wir das Bankgeheimnis verlieren werden, eine Finanzkrise mit grossen Pleiten erleiden, die USA und die EU uns wegen unversteuerten Vermögen angreifen und dass wir mit Negativzinsen leben werden müssen, hätte ich geantwortet: Das werden wir nicht überleben.» Verglichen damit hätten sich die Schweizer Banken durchaus gut geschlagen.

Eine Privatbank wie die UBP lebt davon, dass sie ihre Kunden gut berät. Wo soll man heute angesichts der unruhigen Finanzmärkte investieren? «Wir empfehlen immer noch amerikanische Tech-Aktien», sagt de Picciotto. «Asien läuft auch gut, in der Euro-Zone wäre ich etwas vorsichtiger.»

Wie viel zahlt ein Kunde – bei UBP ist man ab 1 Mio. Fr. dabei – für das Management eines Kontos? «Das variiert stark, etwa zwischen 0,8 bis 1,2% des verwalteten Vermögens», erklärt Künzi. «Der Preis hängt von der Grösse des Portfolios und der Strategie ab. Bei sehr grossen Kunden, die alles selber entscheiden, können die Kosten auch tiefer liegen.»

Wohin wird sich UBP in den nächsten Jahren entwickeln? Man werde mit den weltweit rund 1700 Mitarbeitern in ein paar Jahren etwa 150 Mrd. Fr. verwalten, prognostiziert de Picciotto. Und er achtet darauf, dass die Bank in Familienhand bleibt: «Mein älterer Bruder ist Präsident des Verwaltungsrates, meine Schwester sitzt im Verwaltungsrat, und vor zwei Monaten hat mein Neffe bei uns in Genf begonnen, als Vertreter der dritten Generation.»


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