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Analysen 30.07.2018

Gelegenheiten bei Aktien nutzen und Risiken bei Anleihen im Auge behalten

Gelegenheiten bei Aktien nutzen und Risiken bei Anleihen im Auge behalten

Nachdem die Anleger 2017 in den meisten Anlagekategorien Spitzenrenditen erzielt hatten, gingen sie mit grosser Zuversicht ins neue Jahr.


Wir haben jedoch gewarnt, dass die Renditen 2018 bescheidener – aber immer noch positiv – ausfallen könnten. Die globalen Aktien verzeichneten zum Sommer hin trotz der Volatilität an den Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkten einen leichten Anstieg von 2,6%, während die globalen Anleihen angesichts steigender Zinsen und einer Ausweitung der Kreditspreads um 1,4% nachgaben.

Unser Fokus auf das Risikomanagement im festverzinslichen Bereich erwies sich als richtig. Versicherungsgebundene Katastrophenanleihen und strukturierte Kreditprodukte boten den Anlegern, die in den Vorjahren von Gewinnen aus hochverzinslichen Anleihen profitiert hatten, attraktive Alternativen.

Da wir uns bei den Aktien auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne in den USA konzentrieren, investieren wir weiterhin in globale Energiekonzerne, die im ersten Halbjahr besser abgeschnitten haben als breiter gefasste Indizes. Eine Ausrichtung auf Wachstum und Technologie ist nach wie vor gerechtfertigt, weil die Renditeaussichten in stärker substanzorientierten Sektoren moderat bleiben.

Angesichts der in sämtlichen Anlage-kategorien wieder höheren Volatilität halfen uns Long-Volatility- und alternative Strategien sowie Ansätze mit strukturierten Produkten, uns im sich wandelnden geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld von Anfang 2018 zu positionieren.Im Hinblick auf das zweite Halbjahr können die Anleger darauf vertrauen, dass die Weltwirtschaft und die Gewinne solide bleiben. Das anhaltende Wirtschafts- und Gewinnwachstum bis zum Jahresende sollte positive – wenn auch moderate – Renditen bringen. Aktives Management wird, wie bereits im ersten Halbjahr, wichtig sein für die Minderung von Risiken und das Erkennen von Gelegenheiten.

"Trotz Volatilität den Fokus weiter auf Aktien legen"

Im Folgenden werden wir auf jene Strategien hinweisen, die sich für die Risikokontrolle in Anbetracht des Ausstiegs der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Quantitative Easing eignen. Wir werden ausserdem die langfristigen Chancen erläutern, welche die Öffnung der chinesischen Onshore-Aktien- und -Anleihenmärkte bietet.

Wie immer freuen wir uns darauf, zusammen mit Ihnen ein auf Ihre Bedürfnisse zuge-schnittenes Investmentportfolio für Sie zu erstellen.

Strategische Gelegenheiten in China

Seit sich der chinesische Markt Anfang der 1990er Jahre ernsthaft zu öffnen begann, ist es sehr verlockend, in China zu investieren. Langfristige China- Anleger räumen jedoch ein, dass das bevölkerungsreichste Land und die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt die Erwartungen der Aktienanleger in vielerlei Hinsicht nicht zu erfüllen vermochte. Dies dürfte sich letztendlich ändern, da die chinesische Regierung die Aktien- und Anleihenmärkte in Festlandchina langsam auch für ausländische Investoren öffnet.

Der chinesische Onshore-Anleihenmarkt ist trotz des nur beschränkten Zugangs für ausländische Anleger bereits jetzt der drittgrösste der Welt. Da die Märkte nur langsam für Ausländer geöffnet werden, werfen die chinesischen Staatsanleihen und die Schuldtitel chinesischer Staatsbanken eine Rendite von 3,6 bis 4,5% ab. Sie weisen somit eine beträchtliche Prämie gegenüber den Staatsanleihen anderer grosser Volkswirtschaften und Papieren mit ähnlichen Ratings (A/AA) auf.

Weil die Inflation derzeit bei 1,8% liegt, erzielen die Anleger nicht nur eine erstklassige nominelle, sondern auch eine positive inflationsbereinigte Rendite. Ausserdem bieten chinesische Staatsanleihen aufgrund ihrer geringen Korrelation mit dem Zinszyklus in den USA und Europa eine zusätzliche Absicherung gegen die steigenden Zinsen in den westlichen Volkswirtschaften.

Wir gehen überdies davon aus, dass die Regierung zur Steuerung des Wirtschaftswachstums auf andere geldpolitische Instrumente zurückgreifen wird. Seit den 1990er Jahren setzte China stark auf schuldenfinanzierte Ausgaben der öffentlichen Hand. Die neue Führung unter Xi Jingping will aber Schulden abbauen und das Wirtschaftswachstum stärker über das Liquiditätsmanagement stützen wie dies die Zentralbanken in den USA und in Europa seit 2008 tun.

"Es ist Zeit, strategische Positionen in chinesischen Anleihen und Aktien aufzubauen"

Wie im Westen, wo die Anleger vom daraus resultierenden langfristigen Rückgang der Anleihenrenditen in den USA und in der Eurozone profitierten, sollte eine ähnliche Politik auch in China den seit 2006 anhaltenden stabilen Trend beenden.

Ein solches Vorgehen würde während mehrerer Zyklen zu einem vergleichbaren Rückgang der chinesischen Renditen führen und in klarem Gegensatz zu den langfristig steigenden Anleihenrenditen stehen, die wir in den USA und in Europa erwarten.

Anleger, die in chinesische Aktien investierten und dabei auf den passiven Ansatz „Buy and hold“ setzten, wurden nicht angemessen entlohnt. Besser erging es Investoren, die bei ihren Anlagen politische Prioritäten der chinesischen Regierung berücksichtigten und sich diesen anpassten (siehe Übersicht).

Um auch weiterhin aus einer solchen Strategie Kapital zu schlagen, müssen sich internationale Anleger zusehends den an den Börsen in Shanghai und Shenzhen kotierten Unternehmen zuwenden, anstatt in die klassischen in Hongkong oder New York notierten Unternehmen zu investieren, die normalerweise in China- Portfolios zu finden sind. Zwar haben die Anleger über Offshore-Börsen Zugang zu chinesischen Branchenführern in den Bereichen IT, Banken und Telekommunikation, doch lassen sich die neuen strategischen Prioritäten der chinesischen Regierung, wie beispielsweise der Binnenkonsum, das Gesundheitswesen sowie fortschrittliche Fertigungsverfahren, besser über junge Wachstumsunternehmen erschliessen, die an den chinesischen Onshore-Börsen kotiert sind.

Mit der Öffnung der chinesischen Märkte erhalten die Anleger die Möglichkeit, ein strategisches Exposure in chinesischen Anleihen und Aktien aufzubauen, um in den nächsten zehn Jahren von den politischen Vorgaben der chinesischen Regierung zu profitieren.

Für die quantitative Straffung in der Eurozone gewappnet sein

An ihrer Junisitzung hat die EZB bekannt gegeben, dass sie die Ankäufe von Anleihen (Quantitative Easing) – die sie ungefähr ein Jahr zuvor bereits zurückfuhr – bis zum Jahresende einstellen wird. Die Federal Reserve in den USA beschritt diesen Pfad schon 2013 und 2014.

Obwohl Ähnlichkeiten mit der quantitativen Straffung in den USA durchaus bestehen, muss die europäische Währungshüterin mit einem viel komplexeren Risikoumfeld zurechtkommen. Der sich drehende politische Wind in den Mitgliedstaaten, die verfahrene Situation bei den Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union, die zunehmend angespannten Handelsbeziehungen mit den USA und wachsende geopolitische Spannungen stellen allesamt nicht zu verkennende Risiken für das derzeitige Wachstum dar.

"Alternativen zu Euro- Anleihen in Betracht ziehen"

Angesichts des tieferen Ausgangsniveaus der kurz- und langfristigen Zinsen sowie des niedrigeren Wachstumspotenzials in der Eurozone gehen wir davon aus, dass die EZB die Geldpolitik langsamer straffen wird als die Federal Reserve. Die Erfahrungen in den USA lassen uns vermuten, dass die EZB das Ausmass und das Tempo des Ausstiegs an das Wachstums-, das Inflations- und das Finanzumfeld insgesamt anpassen wird. Die Anleger sollten sich daher keine zu grossen Sorgen machen, dass der geldpolitische Kurswechsel der EZB eine destabilisierende Wirkung auf die Wirtschaft der Eurozone haben wird.

Dennoch rechnen wir damit, dass festverzinsliche Anleger in der Eurozone weiterhin mit einem schwierigeren Umfeld konfrontiert sein werden. Zwar sollten deutsche Bundesobligationen und Euro- Unternehmensanleihen höherer Bonität relativ gesehen profitieren. Jedoch bieten ihre absoluten Renditen nur bescheidene Ertragsaussichten bei stabilen,und nur wenig Risikopuffer bei steigenden Zinsen in den kommenden Monaten.

Für risikoscheue Euro-Anleger bieten sich unseres Erachtens kündbare dänische AAAHypothekenanleihen als liquide Alternative mit einem vergleichsweise höheren Zins an.

Für Anleger, die auf der Suche nach höheren Renditen Zuflucht in Staatsanleihen aus den Peripherieländern der Eurozone oder in Unternehmensanleihen niedrigerer Bonität gesucht haben, eignen sich nach unserem Dafürhalten verschiedene Instrumente. Als valable Alternativen bieten sich in USD denominierte Asset-Backed- Securities und versicherungsgebundene Katastrophenanleihen (in Euro abgesichert) sowie Merger-Arbitrage-Strategien an, um sich interessante Renditen zu sichern und gleichzeitig gegen eine voraussichtliche weitere Ausweitung der Kreditspreads zu schützen – ein Trend, der zu Jahresbeginn einsetzte.

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Michaël Lok
Group Chief Investment Officer
and Co-Ceo Asset Management

 

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Norman Villamin
Chief Investment Officer

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