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UBP in der Presse 06.02.2017

Das überzeugendste Argument für Investitionen in China

Das überzeugendste Argument für Investitionen in China

L'AGEFI - Chinesische Aktien bieten attraktive langfristige Renditen und – angesichts des langsamen Weltwirtschaftswachstums – die notwendige Diversifikation.


Zentrale Punkte

  • Das Interesse an Schwellenmärkten steigt erneut; die Kapitalzuflüsse nehmen allmählich wieder zu. Chinesische A-Aktien bieten bei einem Engagement in chinesischen Aktien die notwendige Diversifikation.
  • Die wachsende Bedeutung des chinesischen Konsums zeigt sich gut am grossen Pool von A-Aktien.
  • Finanzsektorreformen und stärkere Verflechtung zwischen ausländischen Investoren und inländischen Aktienmärkten

Immer wieder wurden die Grösse Chinas, die rapide wachsende Wirtschaft des Landes und die führende Rolle, die ihm in den kommenden Jahrzehnten zukommen soll, mit Superlativen beschrieben. Obwohl die meisten dieser Behauptungen gut belegt und weitgehend korrekt sind, wird das Thema des chinesischen Konsumwachstums zu oft übersehen oder noch schlimmer – missverstanden. Es wird daher von den meisten aktiven Managern nicht berücksichtigt und ist auch in den passiven Vehikeln ganz klar untervertreten.

Chinas „Konsum-Story“ gewinnt rasch an Bedeutung, sodass im grossen Pool der A-Aktien zahlreiche der attraktivsten Anlagegelegenheiten zu finden sind. Die Stichworte lauten dabei Urbanisierung und Konsum. Anscheinend hat der Markt diesen Trend einfach deshalb noch nicht voll eingepreist, weil dessen Tempo von der grössten Stadtbevölkerung in der Weltgeschichte vorgegeben wird. Und für alle China-Kritiker: Das Land könnte auch als echte gegen den Markttrend gerichtete Anlagegelegenheit erachtet werden.

Ein neuer Motor für die chinesische Wirtschaft, eine neue Konsumkultur

Der Anteil der Bevölkerung, die nach der Deng-Xiaoping-Ära geboren wurde, erreichte vor Kurzem den Höhepunkt: 2015 machte er mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung aus. Diese Zahl dürfte in fünf Jahren auf zwei Drittel anwachsen. Das Konsumverhalten dieser Generation prägt bereits jetzt die Politik-, Wirtschafts-, Unternehmens- und Soziallandschaft Chinas.

Es herrscht – zu Recht – die Überzeugung vor, dass das Investieren am Aktienmarkt professionelles Know-how und fachliche Erfahrung erfordert. Offensichtlich bedarf es lokaler Marktkenntnisse und Erfahrung vor Ort, um in China zu den langfristigen Gewinnern zu gehören, denn der chinesische Markt ist tatsächlich volatil und voller Unwägbarkeiten. An Anlagegelegenheiten fehlt es hingegen nicht. Obwohl die Wirtschaftslage heute ungünstiger ist als in der Vergangenheit, ist eine harte Landung unwahrscheinlich. Schliesslich ist die derzeitige Situation das Ergebnis einer ganzen Reihe von Wirtschaftsreformen und sollte nicht als grundsätzliche Wachstumsverlangsamung interpretiert werden. Bisher waren die Branchen des Sekundärsektors – allen voran die Immobilienbranche – die Triebfedern des Binnenwachstums. Mit den neuen Reformen soll nun der Beitrag der Branchen des Tertiärsektors erhöht werden. Gemäss der Erklärung, die mit dem 13. Fünfjahresplan abgegeben wurde, möchte China das 2010 verzeichnete BIP und Pro-Kopf-Einkommen der Stadt- und der Landbevölkerung bis 2020 verdoppeln. Dieses Ziel könnte zu einer ausgeglicheneren, integrativeren und nachhaltigeren Entwicklung führen.

 

Durch diese Reformen werden langfristigen Investoren äusserst interessante Anlagegelegenheiten in der „New Economy“ Chinas eröffnet – insbesondere in den Bereichen nationale Verteidigung, Luftfahrt, mit alternativen Energiequellen betriebene Automobile, Gesundheitsdienste, IT, Robotik und TMT (Technologie, Medien und Telekommunikation). Im 12. und 13. Fünfjahresplan lag der Schwerpunkt im Wesentlichen auf diesen Sektoren. Einige dieser Branchen sind in den westlichen Staaten bereits relativ reif, in China ist dies jedoch noch nicht der Fall. Für aktive Investoren besteht die Herausforderung darin, Fachkompetenzen in China zu finden und Unternehmen mit einem Management zu ermitteln, das diese Firmen zu wirtschaftlichem Erfolg führen kann. Zusätzliches Bottom-up-Research ist für die Eruierung von anlagefähigen Titeln und von Wertpapieren mit Wachstumspotenzial zentral.

Es wird davon ausgegangen, dass die chinesischen Aktienmärkte auf kurze Sicht volatil sein könnten, dank den Gewinnern der „New Economy“ aber allmählich wieder einen normalen Trend einschlagen werden. Aufgrund des mangelnden Vertrauens der Marktteilnehmer in die staatseigenen Sektoren kann die allgemeine Investitionsbereitschaft sehr kurzfristig kippen. Daher empfiehlt es sich, diese volatilen Sektoren wie beispielsweise staatseigene Banken zu meiden. Thematische und auf Konsum beruhende Anlagegelegenheiten dürften sich weitgehend positiv entwickeln. Was die Liquidität betrifft, so wird die chinesische Regierung mit dem Auftrag, die angebotsseitigen Reformen demnächst abzuschliessen, wohl kaum weitere geld- oder fiskalpolitische Massnahmen ergreifen, sondern wird über Offenmarktgeschäfte am moderaten Niveau festhalten. Durch dieses positive Umfeld wird der Markt erneut an Stabilität gewinnen. Während die Immobilienpreise langfristig hoch bleiben und die Anleiherenditen sinken dürften, werden Aktien – insbesondere die unterbewerteten Titel der rapide wachsenden Sektoren – ein grösseres Gewinnpotenzial bieten als andere Anlagen. Neue Anlagegelegenheiten, die sich aufgrund des stärkeren Konsumwachstums eröffnen, werden an den Märkten die Triebfedern für Alpha bleiben.

A-Aktien und H-Aktien – ein ungleiches Paar

In der Vergangenheit hatten die meisten Anleger nur über H-Aktien Zugang zu Investitionen in China. Mit der Öffnung des chinesischen Binnenmarkts haben die Anleger heute die Gelegenheit, ihr Exposure über A-Aktien auf diese rascher wachsenden Segmente auszuweiten (der MSCI China Index enthält 51 und der MSCI China A Index 338 Titel aus den Sektoren zyklischer Konsum, Basiskonsum, Gesundheitswesen und Informationstechnologie). Es wird eine Untergruppe von Unternehmen ermittelt, aus der Aktien ausgewählt werden können, die hochwertiger und günstiger sind als die Titel aus entsprechenden Segmenten des H-Aktienmarkts. Zudem können die Anleger die Risiken im Zusammenhang mit der Restrukturierung der „Old Economy“ (Industrie, Grundstoff Energie, Finanzen usw.) besser steuern, denn am A-Aktienmarkt können sie in diesen Sektoren aus 480 Aktien auswählen, während ihnen am H-Aktienmarkt gerade 97 Titel zur Verfügung stehen. Am A-Aktienmarkt können die Anleger zudem in Segmente investieren, die praktisch nicht zugänglich wären, wenn das Universum auf in Hongkong kotierte Aktien beschränkt wäre.

Fazit

Es gibt Anzeichen dafür, dass es in China 2016 nicht nur in Bezug auf die Wirtschaft, sondern auch bei der Deregulierung der Finanzmärkte und bei chinesischen Aktien zu einer Trendwende kommen wird. A-Aktien sind nicht nur eine Diversifikationsquelle für das China-Engagement der Anleger, sondern bieten auch Zugang zu einem grösseren Pool von Anlagegelegenheiten. Viele davon gehen eng mit dem Wirtschaftswandel Chinas einher. Der Konsum Chinas wird weiter an Bedeutung gewinnen und so erfahrenen Managern die Möglichkeit bieten, Marktineffizienzen zu nutzen.

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Peng Yao
Fund Manager - Asian Equities

 


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