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UBP in der Presse 10.07.2019

Impact Investing - investiere und tue Gutes

Impact Investing - investiere und tue Gutes

Sphere (07.2019) - Die Finanzbranche hat wichtige Aufgaben zu erfüllen – nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Gesellschaft, um zur Lösung ihrer dringlichsten Probleme beizutragen. Die Vereinten Nationen haben die zu erfüllenden Ziele in einer detaillierten Liste zusammengefasst. Ihre Umsetzung erfordert beträchtliche Investitionen. Eine besondere Anlageform vereint Rendite mit sozialer Wirkung.


Kaum jemand wird die Finanzkrise von 2008 anders als in einem negativen Licht sehen. Zumindest für einen Bereich der Vermögensanlage hatte sie aber eine wichtige Aufbesserung der Perspektiven zur Folge. Während die Anleger und die Gesellschaft sich mühevoll von den tatsächlichen Auswirkungen der Finanzkrise erholten, stellten viele gleich mehrere vernünftige Fragen: Wie konnte so etwas geschehen? War die Krise vermeidbar? Handelt die Finanzwelt zum Vor- oder Nachteil der Gesellschaft?

Verantwortungsbewusste Anlagen fristeten plötzlich nicht mehr nur ein Nischendasein. In den vergangenen zehn Jahren fanden sie den Weg in den Mainstream, mit dem Ziel, eben diese Fragen zu beantworten. Die Finanzbranche muss ihre Rolle für die Gesellschaft Ernst nehmen. Die Versorgung der Unternehmen mit Kapital darf aber nicht lediglich auf der Auswertung von Kennzahlen basieren, sondern sollte das gesamte Geschäftsmodell in Betracht ziehen. Ist das Unternehmen gut geführt? Sind Transparenz und Unabhängigkeit im Verwaltungsrat gewährleistet? Wird Wert auf gute Arbeitsbedingungen und Umweltschutz gelegt? Diese Faktoren machen einen grossen Unterschied im Hinblick auf die Risiken und Chancen aus, die ein Unternehmen seinen Stakeholdern bieten kann und die letztendlich die Bewertung und den Aktienkurs beeinflussen.

Darin finden sich teilweise die Gründe dafür, warum sich nachhaltige Investitionen laut dem Global Sustainable Investment Review 2018 mit 31’000 Mrd. US-Dollar bezifferten und immer noch schneller wachsen als fast jede andere Anlageklasse. Nachhaltig Anlegen ist aber ein weit gefasster Begriff, der manchmal recht unterschiedliche Ansätze benennt. Obwohl der Grossteil der Vermögen noch auf der Grundlage negativer Screenings bzw. von Ausschlusskriterien oder ESG-Faktoren (Umweltschutz, Soziales und Governance) investiert wird, entwickeln sich vereinzelte Nebenzweige, die den Anleger besonders stark ansprechen. Eine dieser Unterkategorien ist das Impact Investing, das sich in den jüngsten Jahren grosser Verbreitung erfreut hat.

Obwohl sein Anteil lediglich 5% der nachhaltig verwalteten Vermögen ausmacht, weist es eine beeindruckende durchschnittliche Wachstumsrate (CAGR) von jährlich 67% auf.

Impact Investing mag gerade besonders stark in der Gunst der Anleger liegen, es ist bei weitem kein neuer Ansatz. Es findet seinen Ursprung in Privatmarktanlagen, die benachteiligte Gemeinden oder Regionen mit Kapital versorgen und Projekte von Unternehmen finanzieren, die zum Wohl der Gesellschaft beitragen. Ihre Ertragsziele reichen von der Erhaltung der investierten Gelder zu einer finanziellen Rendite, die sich irgendwo unter oder über dem gängigen Marktertrag ansiedelt. Impact Investing wurde unlängst auf Aktien börsennotierter Unternehmen ausgeweitet, was langfristig höhere risiko-adjustierte Renditen verspricht.

Gewisse Eigenschaften sind allen Formen von Impact Investing gemeinsam. Dabei wird der Tragweite der Anlage grosse Bedeutung beigemessen. Nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die positiven und negativen Auswirkungen der Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens sind zu bewerten. Die Anleger müssen auch die Absicht haben, mit ihrer Investition Verbesserungen für die Gesellschaft und die Umwelt hervorzubringen. Im Zentrum steht die Bereitschaft, neben der finanziellen Rendite die Wirkung einer Anlage zu messen. Dazu finden die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) als Wegweiser eine immer breitere Verwendung. Die 17 Ziele sprechen viele der dringlichsten Probleme für die Umwelt und die Gesellschaft an und kommen als Vorlage für die Entwicklung eines standardisierten Rahmens am besten in Frage. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich 5’000 bis 7’000 Mrd. 

US-Dollar notwendig wären, um die SDG zu erfüllen. Zwei Drittel davon entsprechen dem Bedarf der Entwicklungsländer, während ein Drittel auf Afrika entfällt. Der jährliche Gesamtbetrag macht 7-10% des weltweiten BIP aus, sprich 25-40% der jährlich weltweit getätigten Investitionen. Laut der Finanz-Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen von 2018 stammen 1’600 Mrd. US-Dollar aus öffentlichen Geldern, 1’900 Mrd. US-Dollar aus privaten Vermögen.

Die SDG richten sich an Regierungen und Unternehmen und nicht alle sind als Anlagelösungen umsetzbar. Die Ziele, die sich auf die Entwicklung erneuerbarer Energie und die Bildung nachhaltiger Volkswirtschaften konzentrieren, bieten signifikante Möglichkeiten. Dies bestätigen die steigende Zahl und das Wachstum der öffentlichen Unternehmen, die sich der Erschliessung erneuerbarer Energiequellen widmen. Derselbe Trend ist in der Gesundheitssparte zu beobachten wobei die positive Wirkung durch innovative Produkte oder ein Engagement zugunsten benachteiligter Bevölkerungsgruppen verwirklicht wird. Das fünfte Ziel, die Geschlechtergleichstellung, zeigt die Herausforderungen und die Gelegenheiten für Impact-Anleger auf. Es ist für alle Unternehmen möglich, einen echten Beitrag zur Geschlechtergleichstellung zu leisten, doch wird dies wahrscheinlich eher über interne Rekrutierungs- und Ausbildungsprogramme als über Umsatzerlöse erreicht.

Jeder Impact-Anleger hat seinen eigenen Ansatz. Ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg dieser Investitionen ist die Aufrechterhaltung hoher Standards und die Festlegung einer klaren Definition von „Impact“. Wobei unter Erfolg ein ansehnlicher Anteil globaler Anlagen zu verstehen ist, die nicht nur eine finanzielle Rendite, sondern auch soziales Wohlergehen und Umweltschutz anstreben. Geeignete Messmethoden sind dabei zentral. In Ermangelung eines standardisierten Reportings ist es von grösster Bedeutung, dass die Anlageverwalter (und die Eigentümer der Vermögen) für jede getätigte Investition unmissverständliche Messmethoden vorlegen. Obwohl es den erfassten Daten noch an Präzision mangelt, die Bereitschaft zu Offenlegung und Transparenz muss zunehmen.

Damit Impact Investing als erfolgreicher Ansatz gilt, ist die grosse Frage aus der Finanzkrise zu beantworten: Handelt die Finanzwelt zum Vor- oder Nachteil der Gesellschaft?

Lautet die Antwort «zum Vorteil», muss Impact Investing das Allgemeinwohl anstreben. Um die breite Öffentlichkeit für sich einzunehmen, muss diese Anlageform zugänglich, transparent und relevant sein. Wenn wir dem Durchschnittsanleger die Mittel für Investitionen zur Verfügung stellen, die seinen ethischen Vorstellungen gerecht werden, dann besteht Hoffnung für unseren Planeten und unsere Gesellschaft. Dann erst können wir das Impact Investing tatsächlich als erfolgreich beurteilen.

Verantwortungsbewusstes Anlegen

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Victoria Leggett
Head of Impact Investing & Portfolio Manager

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